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Liebe Geschwister und Freunde von Köbners Kirche,

heute ist der letzte Sonntag vor der Passionszeit. Dieser Sonntag hat im Kirchenjahr den Namen „Estomihi“, das bedeutet „Sei mir…“ und bezieht sich auf den Vers aus Psalm 31, 3: 

„Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!“

In unseren ungewöhnlichen und herausfordernden Zeiten können wir diese Bitte des Psalmbeters gut nachvollziehen. Wir brauchen jemanden, auf den wir uns verlassen können, dem wir unsere Sorgen und Ängste sagen können und von dem wir Hilfe und Schutz erwarten dürfen.

Wie sieht Gott das, wenn wir zu ihm rufen, wenn wir um seinen Schutz und seine Hilfe bitten? Ihm ist die Haltung unseres Herzens wichtig. Er will, dass wir ihn nicht alleine mit Worten loben und bitten, sondern dass unser Leben und Handeln im Einklang mit unseren Worten stehen. Einen Aufschluss darüber gibt uns der für den heutigen Sonntag vorgeschlagenen Predigttext aus Jesaja 58, 1-9a. Da heißt es unter anderem: „Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voran schreiten, und dein Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.“

Hier wird ganz deutlich, dass unsere Beziehung zu Gott und unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen eng miteinander verbunden und nicht zu trennen sind. Gott verspricht Hilfe demjenigen, der nicht nur sich selber sieht, sondern auch die Not der Welt um sich herum wahrnimmt. Seine Gerechtigkeit besteht darin, dass alle Menschen zu ihrem Recht kommen, dass jedem geholfen wird. Er verspricht Heilung, Antwort und Nähe demjenigen, der auch selbst seine Verantwortung für andere wahrnimmt. Gott will von uns nicht Lippenbekenntnisse, sondern tätige Nächstenliebe. Jesus hat das so formuliert: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25, 40).

Ja, wir dürfen Gott anrufen mit den Worten des Psalms: „Sei mir ein starker Fels“, „Hilf mir,“ „Ich verlasse mich auf dich.“ Und wir dürfen gewiss sein, dass er uns hört. Aber genauso sollen wir auch den Anspruch Gottes beachten: dass unsere Gottes- und Nächstenliebe sich nicht in Worten und guten Vorsätzen erschöpft, sondern in Leben und Taten konkret werden muss. Mit Gottes Hilfe kann uns das gelingen.

Lied des Tages: „Herr, weil mich festhält deine starke Hand, vertrau ich still“ (Feiern & Loben Nr. 402)

„Herr, auf dich traue ich“ (Heinrich Schütz):  https://www.youtube.com/watch?v=OS-6u-65FYY

Herzliche Grüße und Segenswünsche, bleibt bewahrt!

Helmut Hoffmann

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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